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Die digitale Transformation hat die Finanzbranche grundlegend verändert. Mit ihr sind neue Risiken entstanden, die die Stabilität des gesamten Systems gefährden können. Um diesen Risiken zu begegnen, hat die Europäische Union die Verordnung (EU) 2022/2554 über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (DORA) erlassen. DORA findet bereits seit dem 17.01.2025 Anwendung. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehungsgeschichte, die Auswirkungen und die wichtigsten Pflichten, die sich aus DORA ergeben, insbesondere für IKT-Dienstleister.
Die Finanzkrise von 2008 hat gezeigt, wie wichtig die Stabilität des Finanzsystems ist. In den letzten Jahren haben IKT-bezogene Risiken jedoch immer mehr an Bedeutung gewonnen. Systemausfälle, ob durch Cyberangriffe verursacht oder nicht, können erhebliche Auswirkungen auf Finanzunternehmen, ihre Kunden und schließlich die gesamte Wirtschaft haben. Um diese Risiken zu minimieren und die Resilienz des Finanzsektors zu stärken, hat die EU-Kommission bereits 2020 DORA vorgeschlagen. Die Verordnung ist Teil des sog. „Digital Finance Package“ und zielt darauf ab, einen einheitlichen Rechtsrahmen für das Management von IKT-Risiken zu schaffen. DORA soll Überschneidungen und Doppelarbeit vermeiden und den Informationsaustausch zwischen den zuständigen Behörden verbessern. DORA ist am 16.01.2023 in Kraft getreten und findet seit dem 17.01.2025 unmittelbar Anwendung in allen Mitgliedsstaaten der EU.
DORA hat weitreichende Auswirkungen auf Finanzunternehmen und ihre IKT-Dienstleister. Die Verordnung vereinheitlicht die Anforderungen an das IKT-Risikomanagement und legt spezifische Pflichten für die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern fest.
DORA gilt für eine Vielzahl von Finanzunternehmen, darunter:
Einige Kleinstunternehmen sind von bestimmten Anforderungen ausgenommen.
DORA basiert auf fünf Säulen:
Ein zentraler Aspekt von DORA ist die Einbeziehung von IKT-Dienstleistern in den regulatorischen Rahmen der Finanzunternehmen. IKT-Drittdienstleister im Sinne von DORA sind Unternehmen, die IKT-Dienstleistungen für Finanzunternehmen erbringen. Der Begriff der IKT-Dienstleistung ist weit gefasst und umfasst sämtliche digitale Dienste und Datendienste im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT):
Alle IKT-Dienstleister müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, um die Sicherheit und Resilienz der von ihnen erbrachten Dienstleistungen zu gewährleisten. Dazu gehören:
IKT-Dienstleister, die als kritisch eingestuft werden, unterliegen darüber hinaus einer direkten Aufsicht durch die zuständigen Behörden. Diese Behörden können:
DORA legt Mindestinhalte für Verträge zwischen Finanzunternehmen und IKT-Dienstleistern fest. Diese umfassen u.a.:
Für IKT-Dienstleister, die kritische oder wichtige Funktionen bereitstellen (nicht zu verwechseln mit kritischen IKT-Dienstleistern gem. Art. 31 DORA) gelten zusätzliche Anforderungen, wie z.B.:
DORA ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der digitalen operationalen Resilienz des Finanzsektors. Die Verordnung legt umfassende Anforderungen an das IKT-Risikomanagement von Finanzunternehmen und ihren IKT-Dienstleistern fest. Unternehmen, die in den Geltungsbereich von DORA fallen, müssen sich mit den neuen Pflichten auseinandersetzen und die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung ergreifen. DORA findet bereits seit dem 17. Januar 2025 Anwendung!
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